Eine nicht wirklich schöne Diagnose lautet Cauda Equina. Dieser Artikel dient nicht der Aufklärung oder Erklärung zum Cauda Equina Syndrom sondern soll ein Erfahrungsbericht aus der Praxis sein, um Betroffenen Hundehaltern ggf. aufzuzeigen was nach einer Cauda Equina OP auf sie zukommt.

Wer sich dennoch über Cauda Equina informieren will findet HIER eine gute Beschreibung.

Die Diagnose Cauda Equina erhielt ich bei meinem Schäferhund bereits als er etwa 3 Jahre alt war. Von einer OP wurde mir zu dem Zeitpunkt von mehreren Tierärzten abgeraten, da es meinen Hund nicht beeinträchtigte im täglichen Leben, wenn man auf Dinge wie Sprünge oder blitzartige Stoppbewegungen z.B. beim „Ball werfen“ verzichtet. Weiterhin konnte mir damals kein Tierarzt sagen ob das Cauda Equina Syndeom durch eine OP verbessert werden kann oder es sogar nach einer OP schlimmer wird, was scheinbar durchaus möglich ist bei einer Cauda Equina Diagnose.

5 schöne Jahre trotz Cauda Equina

So war es dann auch und es vergingen 5 Jahre, in denen ich auf die o.g. Dinge im Alltag verzichtete und das Cauda Equina Syndrom machte sich äußerlich in keinster Weise bemerkbar. Regelmäßiges Vorstellen beim Tierarzt bestätigte, dass mein Hund keine Schmerzen bzgl. Cauda Equina habe.

Im Mai 2012, von einer Stunde auf die Andere konnte mein Hund plötzlich nicht mehr richtig laufen. Seine Hinterläufe konnte er nicht mehr strecken. Kein schöner Anblick, jeder Versuch zu laufen kam einer Quälerei gleich. Ich fuhr sofort zum Tierarzt und wurde direkt zur Tierklinik verwiesen wo ich am nächsten Tag sofort hinfuhr. Dort wurde ein MRT gemacht und die Diagnose Cauda Equina bestätigte sich. Nun war eben der Punkt erreicht wo die Kalkablagerungen die Nerven berührten und außer Gefecht setzten.

In diesem Stadium gibt es laut Tierarzt keine weitere Alternative mehr zur Cauda Equina OP. 4 Tage später erhielt ich einen Termin und die Cauda Equina OP wurde durchgeführt. Natürlich gibt es , wie bei jeder anderen OP auch Risiken – die Cauda Equnina OP verlief jedoch ohne Komplikationen.

Da mein Hund nach der OP nicht direkt eigenständig laufen konnte wurde mir gezeigt wie ich ihn unterstützen kann. Dazu nahmen wir ein eingerolltes Handtuch welches wir unter seinem Bauch herführten und dann oben an den beiden Enden festhielten und ihm damit eine Unterstützung gaben.

In den nächsten 14 Tagen durfte ich 3 Mal täglich, für 10 Minuten an kurzer Leine mit ihm spazieren gehen. Die restliche Zeit sollte er am besten ruhen. Leicht gesagt das einem sehr triebstarken Hund zu vermitteln. Zum Glück liebt mein Hund das Auto und auch in jede Box muss er unbedingt rein was es mir recht leicht machte. In den nächsten 2 Wochen lebte er also  in einer Dusche in unserem Hauswirtschaftsraum, die wir mit einem Kindergitter sicherten und es ihm schön gemütlich machten mit Kissen und Decken. Das klappte ganz hervorragend und war er dort drinnen nahm er sich die Ruhe die er haben sollte.

Ein Problem war jedoch, dass er sein Urin nicht halten konnte, es lief einfach so raus. Der Tierarzt sagte, dass dies durchaus normal sein kann nach solch einer Cauda Equina OP und schloss andere Erkrankungen aus. Dementsprechend wechselte ich ca. 15 Mal am Tag seine Decken und Handtücher, damit er es trocken und angenehm hat. Ja das waren schon so 2-3 Wäscheladungen am Tag.

Nach etwa 14 Tagen lief er schon wieder recht gut und es war keine Unterstützung mit einem Handtuch mehr nötig. Aber er wurde weiterhin nur an kurzer Leine geführt um nichts zu riskieren. Etwa 2 Wochen später stellte sich auch die Inkontinenz schlagartig ein.

Physiotherapie nach Cauda Equina OP

Durch die lange Liegezeit nach einer Cauda Equina OP kommt es zu Muskelabbau und der Tierarzt hat eine Physiotherapie empfohlen. Leider konnte ich diese mit meinem Hund nicht durchführen da er sich nicht von Fremden anfassen lässt. In diesem Fall hätte es einfach nichts gebracht, da er sich versteift und die Physiotherapie nicht Ihren Zweck erfüllt hätte. Ich kompensierte das, nach Rücksprache mit dem Tierarzt durch Schwimmübungen, was hervorragend geklappt hat.

Alles in allem nahm die Genesung einen sehr positiven Verlauf. Irgendwann konnte die Leine verlängert werden und nach etwa 3 Monaten lief er schon wieder ohne Leine. Jedoch musste ich hier besonders aufpassen wo ich dies zulasse, da er trotz seiner Einschränkung keinen Halt vor einer vorbeikommenden Katze gemacht hätte.

Insgesamt war ich damals in großer Sorge und heute bin ich froh, dass es ihm wieder so gut geht. Natürlich kann er nicht mehr so wie vorher und die ein oder andere Kurve die er läuft sieht etwas wackelig aus aber ich bin froh, dass er scheinbar völlig schmerzfrei seinen Alltag meistern kann und hoffe das dies noch einige Jahre andauern wird!

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