Schon heute gehören die Rettungshunde zu unserem alltäglichen Leben dazu. Dabei hinterfragen nur die Wenigsten, was die Hunde eigentlich zu Rettungshunden werden lässt und wie der Weg dahin aussieht. Das wollen wir mal ändern….

Rettungshunde sind speziell ausgebildete Hunde. Sie mussten eine Rettungshundeprüfung absolvieren. Für diese Prüfung ist es meist notwendig, dass die Hunde bereits eine  Begleithundeprüfung abgelegt haben. Rettungshunde arbeiten niemals alleine, sondern immer in einem Team zusammen mit dem Rettungshundeführer. Es kann auch vorkommen, dass mehrere Teams zusammen trainieren oder organisiert sind. In diesen Fällen spricht man dann von einer Rettungshundestaffel oder auch von einem Rettungshundezug. Rettungshunde werden bereits heute von verschiedenen Hilfs- und Rettungsorganisationen eingesetzt. Dazu gehören:

  • Deutsches Rotes Kreuz
  • Malteser
  • Johanniter
  • Feuerwehr
  • privaten Organisationen

Auch wenn der Mensch heute schon auf sehr gute Technik zurückgreifen kann, so sind die Rettungshunde dennoch unverzichtbar. Nicht selten werden durch sie Menschen aus Lebensgefahren gerettet. Aber auch bei zahlreichen Unglücken und Katastrophen kommen Rettungshunde immer wieder zum Einsatz.

Wie der Hund zum Rettungshund wurde

Hunde werden bereits seit vielen Jahrtausenden als Helfer für den Menschen genutzt. Laut Aufzeichnungen wurden die ersten gezielten Suchtechniken um 1900 durchgeführt. Diese Techniken finden sich in einer gewissen Weise auch heute noch in den Ausbildungen für die Rettungshunde. Zur damaligen Zeit galt der Fokus aber der Ausbildung des Kriegs- und Sanitätshunds. Verwundete oder tote Soldaten sollten auf diese Weise in den unübersichtlichen Geländen aufspüren aufgespürt werden. Durch das Lautgeben sollten die Hundeführer dann auf den Fund aufmerksam gemacht werden. Die Ausbildung von damals lag vorwiegend auf der Erziehung und dem Gehorsam. Heute ist dies anders. Bei der heutigen Ausbildung der Rettungshunde steht vor allem die Motivationstechnik im Vordergrund. Durch den Ersten Weltkrieg wurde die Technik bei den Rettungshunden noch verfeinert. Schließlich konnten durch das Lautgeben auch die feindlichen Soldaten auf den Standpunkt des Hundes und seines Hundeführers aufmerksam werden. Entsprechend wurden die Hunde anders ausgebildet. So robbten die Hunde leise und unauffällig durch die Gebüsche. Dabei trugen sie ein Halsband mit einem „Bringsel“. Haben die Hunde einen Verletzten oder Toten gefunden, nahmen sie das „Bringsel“ in das Maul und robbten wieder zurück. Zusammen mit dem Hundeführer gingen sie dann an die Stelle zurück. Die Hunde legten Strecken von bis zu drei Kilometer zurück. Der Hundeführer kümmerte sich dann um den Verletzten und der Hund achtete währenddessen auf verdächtige Geräusche oder Bewegungen. Nährte sich beispielsweise der Feind, so zeigte der Hund dies seinem Hundeführer an. Den Rettungshunden wurde schon zur damaligen Zeit eine sehr wichtige und auch verantwortungsvolle Aufgabe übertragen. Denn während sich der Hundeführer um den verletzten Soldaten kümmerte, hatte der Vierbeiner die Aufgabe, seine Menschen zu beschützen. Damit dies aber auch wirklich alles möglich war, musste der Hund über eine hohe Intelligenz und auch über enorme Lern- und Einsatzbereitschaft verfügen. Sonst hätte er dem Menschen nicht helfen können. Das Potenzial der Hunde wurde frühzeitig erkannt. Und so wurden manche eben noch weiter ausgebildet. Nach dieser Ausbildung war es den Hunden eben auch möglich, verschüttete Soldaten zu finden oder verwundete Personen aus dem Wasser zu ziehen. Doch dann änderte sich einiges….

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Hunde nicht mehr für den Krieg benötigt. Jetzt wurden sie vorzugsweise für Unfälle und Katastrophen eingesetzt. Darüber hinaus wurde nun auch die Ausbildung der Vierbeiner erweitert und verfeinert. Die größte Rettungshunde-Organisation Deutschlands, der Bundesverband Rettungshunde, zählt heute mehr als 500 Rettungshunde. Und schon lange kommen diese nicht mehr nur in Deutschland zum Einsatz. Auch bei Katastrophen auf der ganzen Welt setzt man vorzugsweise auf deutsche Rettungshunde. Damit die Hunde aber eine perfekte Arbeit leisten können, ist es ein langer Weg. Und auch die Bindung zu Ihrem Hundeführer spielt eine entscheidende Rolle.

Ein perfektes Team in jeder Lage

Ein Rettungshund ist nur so gut, wie sein Hundeführer. Und ein Hundeführer ist entsprechend nur so gut, wie sein Rettungshund. Mensch und Tier müssen sich hier nicht nur gut verstehen, sondern sie müssen sich blind aufeinander verlassen können. Die Bindung zwischen einem Hundeführer und seinem Rettungshund ist sehr stark. Dieses Band des Vertrauens wird schon in der Ausbildung geknüpft. Ein ordentlicher und respektvoller Umgang sind hier die Grundvoraussetzung. Hundeführer und Rettungshund arbeiten nicht nur zusammen, sondern sie leben auch gemeinsam. Das heißt der Rettungshund lebt bei seinem Hundeführer, und unter Umständen auch mit dessen Familie. Bei vielen Hunden beginnt die Ausbildung zum Rettungshund schon im Welpenalter. Bis sie dann aber wirklich Menschenleben retten können, vergeht eine Menge Zeit. Zeit, in der Mensch und Tier nicht nur viel trainieren, sondern auch die einen oder anderen Hindernisse überbrücken müssen. Denn auch ein Vierbeiner hat nicht jeden Tag zum Trainieren. Dann liegt es am Hundeführer seinen Hund entsprechend zu animieren und Trainingserfolge zu verzeichnen. Wie auch die Rettungshunde werden auch die Hundeführer unterschiedlich eingesetzt.  Manche von ihnen sind bei der Polizei oder Feuerwehr beschäftigt und andere wiederum beim Zoll. Aber auch der Weg zum Hundeführer ist nicht leicht. Es gibt verschiedene  Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Dazu gehören:

  • psychische und physische Belastbarkeit
  • viel Zeit
  • mittelgroßer, ausgeglichener Hund ( nicht älter als drei Jahre)
  • starker Spiel- oder Futtertrieb des Hundes

Je nachdem in welchem Bereich der Hund später aktiv sein soll, muss man sich als angehender Hundeführer entscheiden, ob der Vierbeiner Spür-, Wach- oder Suchhund werden soll. Das liegt natürlich auch an dem jeweiligen Arbeitsplatz. Die Ausbildung zum Hundeführer dauert meist zwischen zwei und drei Jahre. Dabei werden sowohl theoretische, wie auch praktische Einheiten vermittelt. Aber natürlich muss der Hundeführer auch lernen mit seinem Hund richtig umzugehen. Wer Probleme hat, sich bei einem Hund durchzusetzen, sollte diese Berufswahl lieber sein lassen. Neben der Liebe zum Tier, muss ein Hundeführer sich auch durchsetzen können. Schließlich soll sein Hund später auf ihn hören und die entsprechenden Befehle ausüben. Niemand kann einen Rettungshund gebrauchen, der nicht hört und einen Hundeführer, der sich von seinem Hund auf der Nase rumtanzen lässt. Hundeführer können heute an verschiedenen Orten zum Einsatz kommen. Entsprechend spannend kann dieser Beruf also auch sein.

Im nächsten Teil: Wo werden Rettungshunde eingesetzt und kann jeder Hund eine solche Karriere einschlagen?

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